Der Gesell-Traum des Freigeldes in der praktischen Umsetzung

Seit über Hundert Jahren geistert in den Zeitläuften die Idee Silvio Gesells der Freiwirtschaft. Er nannete sie gar »Natürliche Wirtschaftsordnung«. Theoretisch mögen seine Ideen und die seiner Vordenker in die richtige Richtung gehen. Eines seiner Hauptforderung ist das Freigeld. Damit ist eine Währung gemeint ohne Koppelung an Gold und mit eingebauter »Inflation«. Der Wert der Währung sollte sich regelmäßig verringern, um Lagerkosten zu simulieren. Die Werterhaltungsfunktion oder Lagerfähigkeit sollte damit abgeschafft werden und die Umlaufzeit gesteigert. Praktische Umsetzungen fanden gewiss in einigen Regionen weltweit statt. Aber alle Umsetzungen waren in nur recht kleinen Regionen vollzogen. Ob die Versprechen der Vorteile eingehalten wurden, ließen sich somit nicht nachvollziehen.

Aber HALT! Seit einigen Jahren gibt es doch einen Großversuch. Gleich drei Währungen nehmen eher unfreiwillg daran teil. Nämlich der US-Dollar, der Japanische Yen und der EURO. Die (Nahe)-Null-Zins-Politik der jeweiligen Zentralbanken bei gleichzeitiger (leichter) Inflation entsprechen den Forderungen Gesells an Währungen. Der Goldstandart ist schon viele Jahre abgeschafft.

Es sollte angesichtes der zum Teil negativen Zinsen ja ein eine Traumzeit für Gesell-Jünger anbrechen. Aber wo sind die Jubelschreie und warum dauert der Aufschwung so lange??

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.