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Mittlerweile ist nicht mehr »Inhalt« dazugekommen, aber ich habe die Plattform zu WordPress gewechselt.

Auf Foto ist schon ein Foto von fast mir zu finden.

Es gibt immer noch den Inhalt im Wohnungsblog zu betrachten und zu kommentieren.

Es bleibt mir weiterhin rätselhaft, was ich mit der Seite bezwecken will. Ich vertreibe mir einige Zeit, gut, und weiter? Daher freue ich mich immer noch über Vorschläge, was ich auf der Seite vernünftigerweise darstellen kann. Ich habe mir nun eine Seite mehr eingepflegt, auf dem ich ab und zu mal einige nette Gedanken veröffentlichen möchte, die mir wichtig erscheinen. Im Gegenzug ist die englische Version meinen mangelnden Künsten zum Opfer gefallen.

Der Gesell-Traum des Freigeldes in der praktischen Umsetzung

Seit über Hundert Jahren geistert in den Zeitläuften die Idee Silvio Gesells der Freiwirtschaft. Er nannete sie gar »Natürliche Wirtschaftsordnung«. Theoretisch mögen seine Ideen und die seiner Vordenker in die richtige Richtung gehen. Eines seiner Hauptforderung ist das Freigeld. Damit ist eine Währung gemeint ohne Koppelung an Gold und mit eingebauter »Inflation«. Der Wert der Währung sollte sich regelmäßig verringern, um Lagerkosten zu simulieren. Die Werterhaltungsfunktion oder Lagerfähigkeit sollte damit abgeschafft werden und die Umlaufzeit gesteigert. Praktische Umsetzungen fanden gewiss in einigen Regionen weltweit statt. Aber alle Umsetzungen waren in nur recht kleinen Regionen vollzogen. Ob die Versprechen der Vorteile eingehalten wurden, ließen sich somit nicht nachvollziehen.

Aber HALT! Seit einigen Jahren gibt es doch einen Großversuch. Gleich drei Währungen nehmen eher unfreiwillg daran teil. Nämlich der US-Dollar, der Japanische Yen und der EURO. Die (Nahe)-Null-Zins-Politik der jeweiligen Zentralbanken bei gleichzeitiger (leichter) Inflation entsprechen den Forderungen Gesells an Währungen. Der Goldstandart ist schon viele Jahre abgeschafft.

Es sollte angesichtes der zum Teil negativen Zinsen ja ein eine Traumzeit für Gesell-Jünger anbrechen. Aber wo sind die Jubelschreie und warum dauert der Aufschwung so lange??

Fördert Vegetarismus Massentierhaltung?

Vegetarier essen aus verschiedenen Gründen kein Fleisch (der Einfachheit halber möge diese Vereinfachung reichen). Einer der Gründe ist das Tierwohl. Vegetariern missfällt der Gedanke, dass Tiere für ihre Ernährung nicht artgerecht gehalten werden. Essen sie kein Fleisch, leben weniger Tiere in nicht artgerechter Haltung, geht es Tieren besser, so ihr Gedanke.

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Denkweise korrekt ist. Ich glaube sogar, dass Vegetarier nicht artgerechte Tierhaltung fördert.

In Deutschland wird eine gewisse Menge Fleisch produziert (welche grausige Beschreibung). Ein Teil davon wird in Deutschland verarbeitet und verzehrt, der Rest wird exportiert. Ein Teil der Tiere wird in Bioqualität aufgezogen. Die Richtlinien für solche Zertifizierungen sehen eine weitere Verbesserung der Tierhaltung vor. Biotieren geht es in ihrem Leben grundsätzlich besser als konventionell gehaltene Tiere. Biologisch erzeugtes Fleisch ist wegen dem höheren Aufwand aber teurer als konventionelles Fleisch. Nicht viele Verbraucher sind bereit oder in der Lage, einen höheren Preis für Fleisch zu zahlen. Vegetarier wären sicher in höherem Anteil bereit, einen höheren Preis für Fleisch aus artgerechterer Tierhaltung zu zahlen. Dieser Anteil kauft aber gar kein Fleisch, auch nicht das teurere aus Bioproduktion. Somit hat der Markt weniger Anreiz, teureres, artgerechteres Fleisch herzustellen und anzubieten. Andersrum ausgedrückt: würden die Vegetarier, denen es um bessere Tierhaltung geht, ebenfalls Fleisch kaufen und den nötigen höheren Preis bezahlen, wäre der Bedarf an artgerechter Tierhaltung (oder gar Biofleisch) größer. Und mehr Tiere kämen in den Genuss der artgerechten Tierhaltung. Vielleicht sinkt dadurch sogar ein bisschen der durchschnittliche Preis, und einige Verbraucher mehr können sich Fleisch aus artgerechter Tierhaltung leisten.

Das sind nur grobschlächtige Überlegungen. Die aber sicher eine grundsätzliche Untersuchung wert sind. Wer könnte einen solchen Zusammenhang untersuchen und mit Zahlen belegen? Gibt es vielleicht schon eine Studie darüber?

Zitiere keine Statistik, die Du nicht selbst verstehst.

»Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.« ist ein beliebter Ausdruck, angeblich von einem schlauen Mann gesagt (Winston Churchhill), wenn man Misstrauen säen will oder eine Statistik nicht der eigenen Meinung entspricht. Ich finde, dass damit Statistikern unrecht getan wird. Natürlich sind auch Statisikerinnen und Statisiker Menschen, die sich mal irren können. Nein, eigentlich irren sie sich immer. Und zwar, weil sie lediglich Modelle beschreiben. Und Modell entsprechen nie der Realität. Um einer Statistik zu trauen, sollte man sie also erst mal verstehen. Dazu gehört auch, was die Statistikerinnen und Statistiker überhaupt gezählt haben und in welches Verhältnis sie es setzten. Dann passt auch plötzlich die Statistik oder besser, das was verkürzt veröffentlicht wird. So heißt es also korrekter stattdessen:

»Zitiere keine Statistik, die Du nicht selbst verstehst«

Das ist zugegebenermaßen nicht immer einfach. In die Untiefen dessen, mag dieser Blog helfen. Meistens reicht aber auch der Gesunde Menschenverstand, um den Wahrheitsgehalt einer Statistik einzuschätzen.

Was ist Freiheit? Versuch einer Eingrenzung.

Das gute, alte Grundgesetz sagt in einem Artikel 2:

»(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.«

Das sagt in sauberem Beamtendeutsch aus, was es schon länger gab:

»Die Freiheit eines Einzelnen endet an der Freiheit des Nächsten.«

Auch wenn diese Sätze scheinbar eindeutig die Grenzen setzen, sind die Grenzen der individuellen Freiheit leider ganz und gar nicht eindeutig. Das Recht des nächsten kann sich schnell ändern, zum Beispiel durch Gesetzesänderungen oder Reise. Meine Freiheit ist dann ebenfalls geändert. Das, was in Deutschland jetzt »frei« bedeutet, bedeutet in Frankreich »unfrei«, ist vielleicht in den USA total tabu. Der Eindruck von »Freiheit« unterliegt ebenso einem Zeitgeist. »Freiheit« ist also ein sehr flexibles Gebilde.

Ein nettes Beispiel, wie vertrackt die Sache ist: Jeder darf sich selbst verletzten oder gar töten. Damit werden keine Rechte des nächsten verletzt. Jeder darf seine Gesundheit aufs Spiel setzen, zum Beispiel durch ungesunde Ernährung oder Rauchen. So weit, so klar. Rauchen ist allerdings inzwischen verpönt, in vielen Bereichen gilt Rauchverbot. Explizit nicht, um Rauchen vor sich selber zu schützen (dafür sollen Werbeverbote und die freundlichen Warnhinweise auf den Schachteln sorgen), sondern um anwesende Nichtraucher vor dem schädlichen Einfluss des Rauchs zu schützen. Diese genießen bekanntlich das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Grenze verschiebt sich in diesem Beispiel von der Freiheit des Rauchers auf die körperliche Unversehrtheit des Nächsten. Diese Grenze kann noch weiter in die eingeschlagene Richtung verschoben werden: was ist mit Kindern von Rauchern, wenn die Eltern ihr Recht wahrnehmen und in Anwesenheit der Kinder regelmäßig rauchen? Darf der Staat das Recht der Kinder auf körperliche Unversehrtheit so weit ausüben, dass den Eltern das Rauchen in ihrer eigenen Wohnung verboten werden soll? Das Hauptproblem hierbei wird nicht das Aussprechen des Verbots sein, sondern deren Kontrolle. Wenn die eingeschlagene Richtung weiter verfolgt wird, wo hört sie dann auf?

Ich erwähnte oben auch das Recht eines jeden, sich auch per ungesunder Ernährung selbst zu schaden. Hier wird der Nächste nicht direkt körperlich versehrt, wie beim Rauchen. Allerdings steigen die medizinischen Behandlungskosten für die Allgemeinheit. Durch die individuelle Freiheit, sich ungesund zu ernähren, wird somit die allgemeine finanzielle Freiheit beschränkt, die Gesundheit der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Etwas näher am Körper ist ein nächstes Beispiel: Autofahren. Autos emittieren ohne Zweifel Schadstoffe, die Atemwege schädigen. Dennoch wird jede Verschärfung von Schadstoffgrenzwerten heftig bekämpft. Man erinnere sich an das Verbot von verbleitem Kraftstoff, die verpflichtende Einführung von Katalysatoren und Rußpartikelfilter. Man glaubte die Welt geht unter, so dramatisch wurden gegen die Maßnahmen protestiert. Glücklicherweise konnten die Maßnahmen durchgesetzt werden. Die Luft in den Städten ist in den letzten Jahrzehnten deutlich sauberer geworden. Das konkretere individuelle Recht auf Mobilität wird höher eingestuft, als das abstrakte individuelle Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Gibt das dem Staat das Recht, seine Bürger vor sich selbst zu schützen? Wie weit darf der einzelne seine Freiheit auskosten auf Kosten des nächsten oder den Allgemeinheit? Wie weit darf der Staat in die Freiheit seiner Bürger eingreifen?

Ich denke, dass diese Spannung jeden Tag neu ausgefochten werden muss. Mal mit einem Ergebnis, das die Allgemeinheit schützt, mal mit dem Ergebnis, das dem Individuum seine Freiheit gibt.

Ist Kapitalismuskritik überhaupt möglich?

Seit 2007 ist Kapitalismus wieder verstärkt in der Kritik. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise hatte sich gezeigt, dass Menschengemachtes immer noch oder immer wieder fehleranfällig ist.

»Tand, Tand / Ist das Gebild aus Menschenhand.«

Aber: Gab es denn jemals überhaupt etwas anderes als Kapitalismus? Auch wenn es manchmal anders hieß, Menschen streben stets nach mehr. Ob mehr Fleisch bei den Jägern und Sammlern, mehr Soldaten als der Nachbarfürst oder mehr Schafe, um die Wolle gegen Tonwaren zu tauschen. Das alles ist Kapitalismus. Im Prinzip sind auch Sozialismus oder Kommunismus nur anderes ausgeprägter Kapitalismus. So wie sich der Kapitalismus auch heute in verschiedenen Ländern anders ausprägt.

Die Kapitalismuskritiker sehen wohl Nachteile des Kapitalismus. Sie zu beseitigen oder zumindest zu mindern, ist nötig und ein normaler Lernprozess. Dennoch darf damit nicht die Hoffnung aufkommen, dass es keine Krisen mehr geben wird.